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Остановите депортацию нашего друга Джастина из Нигерии!

14.9.2022 Pressemitteilung Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International

Остановите депортацию нашего друга Джастина из Нигерии!

Unser Freund Justin kam im Jahre 2018 aus Nigeria zu uns nach Deutschland. Er ist 34 Jahre alt, floh als Angehöriger der biafranischen Minderheit, die in Nigeria nach wie vor von Verfolgung und Diskriminierung betroffen ist. Doch dies interessiert die Bundesregierung nicht – es gibt kaum Anerkennungen von Asylanträgen von Biafranern. Arrogant wird unterstellt, dass die Angaben der Betroffenen falsch und gelogen, ihre Dokumente dazu gefälscht seien. Das ist eine Verhöhnung des Asylgedankens, der immerhin als Konsequenz aus der schmerzvollen deutschen Geschichte entstanden ist.

Seit 25.November 2019 arbeitet Justin bei KFC (Kentucky Fried Chicken) in Waiblingen, hat sich dort gut eingearbeitet. Sein Chef Peter Rimac braucht ihn als Mitarbeiter dringend, hat ihn sogar für die Aufgabe als Teamleiter ins Auge gefasst.

Dass es in der Gastronomie seit der Wiederöffnung nach der Corona-Pandemie ein Riesen-Personalproblem gibt und gute Servicekräfte händeringend gesucht werden, scheint sich bis zum Ausländeramt noch nicht herumgesprochen zu haben. Im Gegenteil – offenbar werden, bevor das neue Gesetzesvorhaben zur Arbeitskräfteeinwanderung von der Bundesregierung in Angriff genommen wird, sogar vermehrt afrikanische und andere Flüchtlinge, die sich gut in das Arbeitsleben integriert haben, abgeschoben!

Was für eine absurde Politik! Dabei ist schon dieses Gesetz nicht gerade ein Musterbeispiel von Humanität – werden doch ausdrücklich nur die für eine Bleibeperspektive ausgewählt, deren Arbeitskraft verwertbar ist!

Die deutsche Asylpolitik gegenüber den Afrikanern nimmt auch in keinster Weise darauf Rücksicht, dass es die jahrhundertelange europäische Kolonialpolitik war, die den afrikanischen Kontinent dermaßen hat ausbluten lassen. Diesem Kontinent wurden systematisch über Jahrhunderte die arbeitsfähigen jungen Männer geraubt – und dann spricht man in beispielloser Arroganz von „Wirtschaftsflüchtlingen“!

Unser Freund Justin jedenfalls versteht – ebenso wie sein Chef von KFC – die Welt nicht mehr. Für eine Beschäftigungsduldung kam er gerade mal ein paar Monate zu spät nach Deutschland – nicht vor dem 1. August 2018, sondern erst im November. Er hat sich nie etwas zuschulden kommen lassen, seine Identität offengelegt, er bemüht sich seit Ankunft in Deutschland zum Teil unter schwierigsten Bedingungen um Deutschkenntnisse, hat sich seinen Arbeitsplatz selbst gesucht, sich eingearbeitet, hat eine deutsche Lebensgefährtin und einen deutschen Freundeskreis – kann man mehr Integrationsleistung verlangen?

Wir fordern entschieden eine Bleibeperspektive für Justin – Stoppt die Abschiebung! Derzeit befindet er sich im Abschiebegefängnis in Pforzheim, dort wird er festgehalten, um ihn demnächst nach Nigeria abzuschieben.

Bleiberecht für Justin sofort! Sofortige Entlassung aus dem Abschiebegefängnis! Keine Abschiebungen! Flucht ist ein Menschenrecht!

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