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9.8.21 Alassa Statement heute bei der Montagsdemo

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Mein Name ist Alassa Mfouapon, Bundessprecher des Freundeskreis Solidarität

Seit meiner Rückkehr in Deutschland Dezember 2018 habe ich immer diesen Tag erwartet d.h. es ist nicht neu für mich, sondern eine Taktik der Regierung.
Flüchtlinge abzuschieben ohne konkrete Analyse ihrer Asylanträge ist eine Schande für diese Regierung und besonders Horst Seehofer, vor allem für Leute wie ich die für demokratische Rechte und Freiheit kämpfen. Ich bin empört, dass diese Art von Abschiebung heutzutage noch geht.

Den Abschiebeterror erleben wir jeden Monat in Deutschland. So behauptet die Regierung dass diese Länder „sichere Herkunftsländer“ sind, und sagen dass manche Flüchtlinge nicht als Flüchtlinge genommen werden sondern als Wirtschaftsflüchtlinge wären.

Sie sagen alle, dass unsere Fluchtursachen nicht Gründe genug sind, aber sie vergessen dass niemand sein Land umsonst verlässt. Ich hatte meine Gründe zu fliehen, aber das Bundesamt für Migration stellt meine Lebensgeschichte unter einen Vorbehalt und sagen, alles sei gelogen. In der Ablehnung meines Asylbescheids schreiben sie:
„In Würdigung des gesamten Sachverhalts ist der Folgeantrag des Antragstellers aufgrund der im Bescheid aufgezeigten Widersprüche, und insbesondere wegen dem Aufenthalt der angeblichen Ehefrau des Antragstellers in Italien, im Zeitraum von 2015 – 2017, als offensichtlich unbegründet abzulehnen. Daran gemessen kann auch der Sohn des Antragstellers nicht vor seinen Augen getötet worden sein. Auch ist die Gefangennahme in Libyen wenig wahrscheinlich, da sich die Ehefrau 2016 in Italien aufgehalten hat und somit nicht mit dem Antragsteller von Algerien nach Libyen fliehen konnte.“ (Seite 10)

D.h. das Bundesamt glaubt mir überhaupt nicht. Ich bin sicher, dass diese Begründung eine politische Motivation dahinter steckt, weil diese Dinge sind Tatsachen: Mein Sohn ist im Mittelmeer gestorben, wenn auch nicht vor meinen Augen, denn ich wurde in Libyen gefangen genommen und kam ins Konzentrationslager. Ich war verheiratet, nicht angeblich, und wir sind von Algerien nach Libyen geflohen. Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber Darel, meinem Sohn.

Ich bin wie andere Flüchtlinge auch von Abschiebung bedroht und ich werde heute nicht nur über mich sprechen sondern für alle Flüchtlinge die abgeschoben werden sollen.
Abschiebung ist Mord, das haben wir schon erlebt und wir wissen schon alle wie viele Flüchtlinge ihr Leben verloren haben, ihr Leben bezweifeln, nur weil sie immer an Abschiebung denken.

Was ist das für eine Asylpolitik, wenn ein Land Flüchtlinge aufnimmt und sie nicht die Möglichkeit haben, sich zu integrieren?

Es gibt mehr als 1000 (viel mehr) Flüchtlinge in Deutschland die arbeitslos, hoffnungslos, krank geworden sind nur weil die Regierung verzögert, ihnen ihr Asyl zu anerkennen und so die Chance zur Integration verringert.

In 2019 musste ich als Asylbewerber gegen Hetze, Diffamierung kämpfen nur weil ich ein Asylbewerber bin, der nicht die willkürliche Behandlung der Flüchtlinge in Deutschland akzeptiert hat. Dazu engagiere ich mich für die Rechte eine Flüchtlinge, weil ich war mir sicher und ich war davon überzeugt dass jeder hat das Recht auf Flucht jeder hat das Recht auf freien Leben. Was war die Antwort von den Medien in Zusammenarbeit mit der Regierung: Alassa als kriminellen Rädelsführer zu bezeichnen.

Trotz alledem mit Hilfe der Solidarität habe ich einen langen Gerichtsprozess gegen diese ganze Hetze gewonnen. Inzwischen klagte ich das Land Baden-Württemberg an gegen diese Rechtswidrigkeit in Ellwangen 2018. Immer mit Hilfe des Solidarität und unserer Anwaltskanzlei haben wir den Prozess gewonnen und haben aufgezeigt, wie rechtswidrig die Polizei sich an diesen Tagen verhalten hatte.
Wo war das Bundesamt, die Flüchtlinge schützen?

Meine Anmerkungen heute nach Erfahrung ist das nach jedem Erfolg gegen die Rechtsentwicklung werde ich immer eine Rechnung bezahlen.
Mitte Juni 2020 am Weltflüchtlingstag wurde ich eines Morgens plötzlich nach Italien abgeschoben. Heute nach unserem Sieg beim Prozess in Ellwangen bin ich von Abschiebung in einer Woche nach Kamerun bedroht. Das Bundesamt hat meinen Asylantrag überhaupt nicht gut ausgearbeitet und haben oberflächlich mit Begründungen dass meine Exfrau und ich gelogen haben weil sie angeblich in 2015 schon in Italien war. Sie hätten einfach in die Akten gucken müssen um zu sehen, wann meine ehemalige Frau nach ihren Fingerabdruck in Italien abgegeben hat, und alles wäre klar.

Viele haben damals gesagt ich hätte alles von der Bundesregierung bekommen und der faule Flüchtling wollte sich nicht integrieren. Integration ist, was alle Flüchtlinge in jedem Land, wohin sie fliehen immer als erstes machen wollen. Dazu beteiligen sie sich an den Sprachkursen, lernen die Geschichte des Landes kennen. Bei mir war das nicht der Fall, weil ich einfach keine Integration bekommen hatte und durfte nicht zum Sprachkurs. Immer mit Unterstützung und mit Hilfe der Solidarität habe ich die deutsche Sprache gelernt und endlich einen Ausbildungsplatz bekommen. Ich bin schon am Anfang meines dritten Lehrjahrs.
Als Azubi darf ich nicht in dem Ausbildungsort wohnen weil die Stadt Gelsenkirchen sich verweigert, mich aufzunehmen, obwohl ich keine Kosten für die Stadt anfordern würde.
Anstatt Asylbewerberleistungsgesetz zu genießen, bezahle ich im Gegenteil viel an der Bundeskasse. Dreiviertel von meinem Azubigehalt geht an die Bundeskasse und ich muss bis heute immer noch die Wohnung in der Unterkunft in Ravensburg bezahlen obwohl ich nicht oft da bin und sinnigerweise haben sie letztes Jahr die Miete in der Flüchtlingsunterkunft fast verdoppelt. Ich bekomme keine Leistung von der Schule für das Monatsticket, weil ich nicht in Gelsenkirchen angemeldet bin. Auch Berufsausbildungsbeihilfe wurde mir verweigert.
Es war mir schon klar, dass es für Flüchtlinge aus Afrika nicht leicht wird, Asyl in Deutschland zu bekommen. Deswegen habe ich mich von Anfang an bemüht, die deutsche Sprache zu lernen, einen Ausbildungsplatz zu finden, alle Herausforderungen an zu nehmen. Tag und Nacht konnte ich nicht schlafen, denn ich wollte mich einfach integrieren. Und heute kommt die Ablehnung.
Viele bekommen einen Trauma in dieser Situation. Aber ich werde mich nicht unterkriegen lassen, denn für mich hatte sich jede Stufe dieses Kampf gelohnt. Wir werden klagen, Berufung einlegen und alle mögliche tun, was wir können, um diese Bleiberecht von mir und alle Flüchtlinge, die es verdienen, zu erkämpfen.
Ich fordere: Sofortige Revidierung der Ablehnung meines Asylantrags und aller ungerechtfertigt abgelehnten Asylanträge!!!
Ich fordere: Die Gleichberechtigung in der Behandlung der Asylanträge!
Seehofer muss für dieses Chaos zurück treten!!!