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Kein Mensch flieht grundlos…

…war das Motto einer Kundgebung von SI Stuttgart zusammen mit dem „Freundeskreis Flüchtlingssolidarität“ am 26.5. Entsprechend vielfältig und interessant waren die Beiträge. Den Beitrag eines Flüchtlings findet Ihr hier

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit kämpferischen Liedern. Die Vertreterin vom Freundeskreis Flüchtlingssolidarität Süd prangerte die Abschiebung zweier albanischer minderjähriger Kinder aus einer behüteten Einrichtung in Leonberg an. Der Junge kann nicht einmal albanisch sprechen. Für die Rückholung der Kinder wurden über 20 Unterschriften gesammelt. Wer die Petition auch unterstützen will: https://www.openpetition.de/petition/online/herr-strobl-holen-sie-die-beiden-elternlosen-abgeschobenen-kinder-nach-leonberg-zurueck

Über die Selbstorganisation der Flüchtlinge in Kara Tepe wurde berichtet, Frauen und Männer mit vielen Fähigkeiten: Wie sie z.B. die Elektrik selber in Ordnung bringen, Unterricht für Kinder organisieren, für Sauberkeit im und um das Lager sorgen und ein Recyclingsystem erfunden haben, indem sie PET-Flaschen gegen Dinge des täglichen Lebens tauschen. Über 3 Millionen Flaschen wurden inzwischen gesammelt und recycelt. Sie richten einen eindringlichen Appell an die europäische Bevölkerung und die Europäische Union, sie nicht zu vergessen.

Dass Fluchtursachen mit der Politik bei uns zusammenhängen, wurde am Beispiel des Kongo aufgezeigt. Dieses Land ist reich an Bodenschätzen, aber es herrscht große Armut bei der Bevölkerung. Dort unterstützt SI Stuttgart den Aufbau des Ngenyi –  Volksbildungszentrums, ein Lern- und Gästehaus, der gut voran geht. Eine Rednerin des VFI Kongo betonte, wie wichtig es sei, die Fluchtursachen zu bekämpfen, so dass die Menschen auch eine Lebensperspektive in ihren Heimatländern finden könnten. 

Eine junge Palästinenserin warb angesichts der dramatischen aktuellen Lage am offenen Mikrofon für eine Palästina-Kundgebung. Emailadressen zur gegenseitigen Unterstützung wurden ausgetauscht. Und ein iranischer Freund mit seiner Tochter unterstützte den Stand. Er sang darüber hinaus für uns ein revolutionäres iranisches Lied: „Sar Oomad Zemestoo“ (der Winter ist vorbei,) das dann auch gleich übersetzt wurde.

Favour, Geflüchteter aus Nigeria, vor Ort mit seinem Freund, informierte über seine Erlebnisse auf der Flucht und in der Aufnahmestelle Sigmaringen. Die Polizei habe fast jede Nacht Razzien durchgeführt, um viele der Menschen von dort abzuschieben. Seine Rede könnt ihr auf der homepage anschauen.

„This land ist your land, this land is my land!“ Mit diesem Lied von Woody Gouthry antwortete unser Sänger dem nigerianischen Freund, als dieser meinte: Dieses Land ist noch nicht mein Land! 

Auch über den Teilerfolg des Prozesses von Alassa Mfouapon gegen den brutalen  Polizeieinsatz in der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen wurde berichtet und mitgeteilt, dass um das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung auch für Flüchtlinge weiter gestritten wird, weshalb er zu diesem Punkt Berufung eingelegt hat. 

Dann haben wir Flugblätter verteilt und Spenden gesammelt. Insgesamt konnten wir gerundet 130 Euro einnehmen. 

SI Ortsgruppe Stuttgart und Freundeskreis